OV Bamberg-Ost besuchte die Bamberger NATO-Siedlung

Veröffentlicht am 12.12.2016 in Kommunalpolitik

Eigentlich beneidenswert: Viele schöne Einfamilien-Reihenhäuser aus jüngerer Zeit, umgeben von Wiesen, Wäldern, Parkanlagen in greifbarer Nähe. Bedauerlich, dass diese Grünflächen nur zu betrachten, aber nicht zu betreten sind, da sie durch hohe Drahtzäune abgetrennt sind. So bleiben in dieser Siedlung junger Familien mit zahlreichen Kindern nur ein paar wenige Spielplätze – was für die ganz Kleinen gerade recht ist, aber für die Älteren keinerlei Auslauf ermöglicht. Fussballspielen geht nur auf dem Asphalt, inmitten parkender Autos. Das Viertel hat dadurch fast einen Ghettocharakter, denn es ist komplett eingezäunt und nur über eine lange, schmale Stichstraße zu erreichen.

Die Rede ist von der Nato-Siedlung im Bamberger Osten, die früher von Angehörigen der US-Armee bewohnt war, seit deren Abzug aber komplett in deutschen Händen ist und 149 Eigentümer nun zählt, junge Familien in der Regel. Das angrenzende ehemalige US-Gelände ist heute genutzt durch das Flüchtlingsaufnahme-Lager Oberfranken und die Polizeischule, die aus Sicherheitsgründen auf eine fortbestehende Umzäunung Wert legt.

Der Wunsch, angrenzende Grünflächen zugänglich zu machen, die für die Funktion der Polizeischule offensichtlich ohne Bedeutung sind, aber dem Viertel wichtigen Lebensraum geben könnten, war eines der Hauptanliegen, die einer Abordnung der SPD-Stadtratsfraktion vorgetragen wurde anlässlich eines Besuchs mit Rundgang vor Ort am Samstag, 10. Dezember 2016. Die Besucher erfuhren auch von den nicht geringen Mühen, welche die Anwohner – inzwischen organisiert als Eigentümer-Gemeinschaft – für die Instandsetzung und Erhaltung der Spielplätze aufwenden müssen.

Auch die Zufahrtswege, hauptsächlich abzweigend von der vielbefahrenen Pödeldorferstraße, wurden als unzureichend geschildert und eine Wiederöffnung der ehemaligen US-Autobahnauffahrten kontrovers diskutiert.

Die Besucher konnten aber auch von Plänen berichten, die die Stadt Bamberg bereits in die Wege geleitet hat, etwa was die Bereitstellung weitere Spielanlagen betrifft, nahmen aber die Sorgen der Anwohner gerne zur Kenntnis und versprachen, in deren Sinne einen Einfluss geltend zu machen bei der BIMA und bei der Polizeischule.

Die Anliegen decken sich durchaus mit Wünschen im Bamberger Osten, etwa dass die Polizeischule den Kasernen-Charakter ablegen und auf eine komplette Umzäunung verzichten sollte, allenfalls noch für einzelne Wohn- oder Schulbereiche, wenn denn das Bedürfnis nach Sicherheit dies erforderlich macht. Oder mit dem Ziel, die Straßen im Konversionsbereich durchlässig zu machen und damit auch die Zu- und Abfahrten zur Autobahn A 73 zu reaktivieren (was für die Ankunft und Abreise der Polizeischüler an Wochenenden wohl unvermeidlich sein dürfte, da die Staus in der Zollnerstraße unzumutbar zu werden drohen). Auch in Hinblick auf die Geräuschabschirmung gegen die A 73 decken sich die Interessen der Nato-Siedlung mit denen der Gartenstadt.

Beim abschließenden Zusammensitzen bei Glühwein und Lebkuchen war man sich über den Handlungsbedarf einig.
 

Bericht: Dr. Ernst Trebin,
OV-Vorsitzender Bamberg-Ost